Sicherheit in Kambodscha und Angkor Wat

Wie sicher ist Kambodscha?

Die Sicherheit in Kambodscha und Angkor Wat – praktische Infos 

Kambodscha erfreut sich für Reisende immer größerer Popularität. Die Zeit der roten Khmer ist lange vorbei, das Land hat sich weitgehend von den Schrecken des Terrors und Bürgerkriegs erholt. Wer also die Tempelanlagen rund um Angkor Wat, unberührte asiatische Inseln oder die Hauptstadt Phnom Penh besuchen möchte, kann dies mit gutem Gewissen tun. Denn das südostasiatische Land Kambodscha ist grundsätzlich sicher zu bereisen. Die Gefahr für Touristen ist hier nicht höher als auch in anderen Ländern. Doch es gibt wie immer Punkte zu beachten, damit Sie entspannt reisen können in Kambodscha.

Sicherheit in Kambodscha - Lesen sie hier unsere Tipps!
Sicherheit in Kambodscha – Lesen sie hier unsere Tipps!

Allgemeine Tipps zum Verhalten in Kambodscha

Das südostasiatische Land Kambodscha ist gegenüber Touristen offen eingestellt. Die Menschen in Kambodscha freuen sich über den Besuch westlicher Touristen, die an der eigenen Kultur interessiert sind. Da allerdings Traditionen und religiöse Werte eine große Rolle im kambodschanischen Alltag spielen, sollte bei einem Besuch des Landes Respekt im Vordergrund stehen. 

Die Gefahr von Diebstählen 

Wo es Touristen gibt, gibt es auch Diebstähle. Kriminalität ist insbesondere an touristischen Hotspots weit verbreitet. Dies ist auch in Kambodscha nicht anders. In Siem Reap, Sihanoukville oder Phnom Penh ist die Kriminalität dabei ausgeprägter als in den ländlichen Regionen. Reisende sollten deswegen wertvolle Gegenstände nicht offen präsentieren und insbesondere nachts nur eine begrenzte Anzahl an Bargeld mit sich herumschleppen. Im Hotel empfiehlt es sich die Wertsachen nicht offen herumliegen zu lassen oder Koffer und Rucksack bestenfalls mit einem Vorhängeschloss zu sichern. Diese Tipps gelten jedoch nicht ausschließlich für Kambodscha – Kriminalität gibt es überall auf der Welt, da macht auch Kambodscha keine Ausnahme. Reisen sind jedoch mit gutem Gewissen in das begeisternde und einzigartige Land Asiens möglich.

Terrorgefahr in Kambodscha 

Das Auswärtige Amt hat mittlerweile einen Hinweis auf eine weltweit vorhandene Terrorgefahr herausgegeben. In den letzten Jahren haben sich die Terroranschläge überall auf der Welt gemehrt. Kambodscha ist nach dem Ende der Zeit der roten Khmer jedoch von Terroranschlägen verschont geblieben. Es gibt keinerlei gewalttätige Taten von radikalen Extremisten. Die Terrorgefahr ist in Kambodscha also vergleichsweise niedrig und keineswegs höher als in den europäischen Ländern.

Sicherheit im Straßenverkehr 

Die Sicherheit im Straßenverkehr ist nicht mit europäischem Niveau vergleichbar. Bei einer Reise durch Kambodscha ist der Straßenverkehr immer ein Risiko. Dies gilt zunächst für die Reise mit Bussen und Zügen, die sich nur selten auf einem europäischen Sicherheitsniveau befinden. Zudem empfinden viele Kambodschaner die Verkehrsregeln nur teilweise als verbindlich. Rote Ampeln werden ignoriert, die Vorfahrtsregeln sehr großzügig ausgelegt. Dazu trägt bei, dass sich die Straßen größtenteils in einem sehr schlechten Zustand befinden und Schlaglöcher an der Tagesordnung sind. Wenn sich Reisende für die Fahrt mit einem Motorrad oder -roller entscheiden, sollten sie einen passenden Helm tragen. Darüber hinaus empfehlen sich Fahrten im Hellen, da dann die Straßenverhältnisse besser gemeistert werden können. In der Hauptstadt Phnom Penh ist es besser, wenn sich wirklich nur sehr erfahrene Motorradfahrer auf das Zweirad schwingen.

Prostitution in Kambodscha 

Kambodscha und umliegende asiatische Länder werden heutzutage leider immer noch mit Kinderprostitution in Verbindung gebracht. Der Missbrauch von Kindern kommt häufig vor – obwohl die kambodschanische Regierung diesen verfolgt und glücklicherweise selbst pädophile Ausländer zu langjährigen Haftstrafen in Kambodscha verurteilt. Grund für das vergleichsweise hohe Vorkommen ist die Armut vieler Familien im Kambodscha. Kinderreiche Familien befinden sich oftmals in Not, sodass junge Mädchen von den eigenen Eltern verkauft oder an andere Männer ausgeliehen werden. Zudem sind Jungfrauen in der asiatischen Kultur sehr beliebt. Oftmals werden die Kinder mit Drogen und Gewalt gefügig gemacht, sodass sie einen regelmäßigen Missbrauch meist willenlos akzeptieren. Wer als Reisender derartige Fälle beobachtet, sollte nicht zögern, die Polizei zu verständigen. Auch verschiedene Organisationen wie ChildSafe kümmern sich engagiert um das Leid der Kinder.

Wichtige Nummern für den Notfall 

Wer trotzdem in einen Notfall gerät, kann auf den kambodschanischen Sicherheitsapparat zurückgreifen. Auch wenn eine medizinische Versorgung nicht mit dem deutschen Niveau mithalten kann, können Reisende mit einer Auslandskrankenversicherung auf den Service zurückgreifen. Ebenso können Touristen bei Gefahr oder beobachteten Straftaten die kambodschanische Polizei anrufen.

Polizei: 117

Feuerwehr: 118

Ambulanz: 119

Landminen – Relikte aus dem Krieg 

Kriegsdelikte stellen in Kambodscha eine der größten Gefahren dar. Nicht entfernte Minen und Blindgänger aus dem Vietnamkrieg und der Zeit der roten Khmer befinden sich vor allem in der Grenzregion. Experten schätzen die Anzahl auf mehrere Millionen Landminen. Besonders stark betroffene Gebiete befinden sich in der Grenzregion zu Thailand sowie im nordöstlichen Kambodscha nahe Vietnams. Die Entfernung sämtlicher Kriegsdelikte wird trotz dem Bemühen verschiedener Organisationen noch eine lange Zeit in Anspruch nehmen – zu groß sind die Kriegsrelikte vergangener Zeit. Für Touristen heißt das wie folgt. Die Reisenden sollten bei Wanderungen immer auf den gekennzeichneten Wanderwegen bleiben. Metallische Gegenstände im Boden sollten Wanderer niemals berühren.

Doch warum besteht in Kambodscha eine vergleichsweise hohe Gefahr für derartige Kriegsdelikte? Die Roten Khmer haben in der Regierungszeit von 1979 und 1991 ca. 4 – 6 Millionen Landminen vergraben. Lageskizzen gibt es keine. Vielmehr vergruben die Regierungstruppen die Landminen willkürlich. Dazu kommt es, dass die Amerikaner im Vietnamkrieg insgesamt 285 Millionen Streubomben abgeworfen haben – ein beträchtlicher Anteil fiel auch auf kambodschanischen Boden, um die Belieferung Vietnams zu verhindern. Nicht jede Streubombe explodierte. Blindgänger liegen teilweise noch heute im kambodschanischen Boden. Gemeinsam mit Afghanistan und Angola gehört Kambodscha hier zu den gefährdeten Ländern der Welt.

Naturkatastrophen in Kambodscha 

Kambodscha ist in der Vergangenheit weitgehend von Naturkatastrophen verschont geblieben. Nichtsdestotrotz sind insbesondere in der Regenzeit Überschwemmungen möglich. Monsunartige Regenfälle können zwischen Mai und November dafür sorgen, dass die Regionen entlang des Mekong-Flusses überfluten. Reisende sollten sich regelmäßig in den Medien über das Wetter informieren und Hinweisschilder lokaler Behörden beachten.

Dos and Donts in Kambodscha

Strafbares Verhalten bei einem Aufenthalt in Kambodscha 

Touristen sollten sich bewusst sein, dass strafrechtliche Gesetze bei einem Aufenthalt im Urlaub differieren können. LGBT Handlungen stehen in Kambodscha nicht unter der Strafe. Vielmehr entwickelt sich mittlerweile insbesondere in den Großstädten eine zunehmende Akzeptanz für LGBT. Auf dem Land ist es dennoch empfehlenswert, homosexuelle Neigungen nicht offen zur Schau zu stellen.

Zudem sind der Kauf und Konsum von Drogen in Kambodscha strafbar. Dazu zählen sowohl Marihuana als auch verschiedene synthetische Drogen. Dies kann zu empfindlichen Haftstrafen führen. Übrigens ist auch der Gebrauch von E-Zigaretten verboten. Die Regierung Kambodschas versucht mit aller Kraft, gegen süchtig und abhängig machende Mittel vorzugehen und die Bevölkerung zu schützen.

Touristenmassen in Angkor Wat. Alle mit dem Tuk Tuk da ;-)
Touristenmassen in Angkor Wat. Alle mit dem Tuk Tuk da ;-)
Erste Anlaufstelle: Das Auswärtige Amt

Auch wenn viele Reisende die Ratschläge des Auswärtigen Amtes in den Wind schlagen bzw. zu skeptisch sehen, sollte man ab und an auf die Infos zu den Reise- und Sicherheitshinweisen schauen.

Derzeit heisst es hier:

„In einigen Landesteilen außerhalb der Ballungszentren, insbesondere in Grenznähe zu Thailand und Vietnam, besteht weiterhin Minengefahr. Die Haupttouristengebiete sind von Minen geräumt.“

„In der Hauptstadt Phnom Penh besteht weiterhin die Gefahr von Unruhen und Protestaktionen. In der Vergangenheit führten Kundgebungen und Demonstrationen zu vereinzelten Gewaltausbrüchen und Verkehrsbehinderungen.“

„In Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville wird außerdem von einem erheblichen Anstieg von Diebstählen in Gasthäusern und Hotels berichtet.“

„Bei Fahrten mit Motorradtaxis und Tuktuks, aber auch zu Fuß, ist damit zu rechnen, dass Taschen von vorbeifahrenden Motorradfahrern weggerissen oder abgeschnitten werden („bag snatching“), auch auf dem Weg von und zum Flughafen. Verletzungen werden billigend in Kauf genommen.“

  • Lassen Sie insbesondere als allein Reisende besondere Vorsicht walten.
  • Nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit.
  • Seien Sie nachts möglichst nicht allein unterwegs und organisieren Sie Ihre Rückfahrt zur Unterkunft im Vorfeld.
  • Führen Sie keine Hand- und Schultertaschen im Tuktuk und dem Motorrad mit, halten Sie Taschen auf der von der Straße abgewandten Seite.
  • Nehmen Sie für Fahrten zum Flughafen besser geschlossene Transportmittel.
  • Leisten Sie bei Überfällen keinen Widerstand.
  • Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein, Flugscheine und andere wichtigen Dokumente sicher auf. Es ist ausreichend, eine Kopie (möglichst Farbkopie) des Reisepasses mitzuführen.
  • Lassen Sie bei Privateinladungen große Umsicht walten und seien Sie skeptisch.
  • Hinterlegen Sie Ihren Reisepass nicht als Pfand bei der Anmietung von Verkehrsmitteln.
  • Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, im Bus besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
  • Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich oder wenden Sie sich an die Polizei.

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Stand – 24.11.2019
(Unverändert gültig seit: 13.11.2019)