Die wichtigsten Angkor Tempel des archäologischen Parks in Kambodscha

Auf einem über 162 Hektar großen Gelände erstreckt sich der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende archäologische Park Angkor im südostasiatischen Land Kambodscha mit über eintausend Tempeln. Die Ruinen der Tempelanlagen gelten als das größte religiöse Monument der Welt. Wenn man von „Angkor“ redet, so meint man normalerweise den Haupttempel „Angkor Wat“. Dieser ist einer im 12. Jahrhundert zu Ehren des Gottes Vishnu erbauter Tempelkomplex in Kambodschas alter Hauptstadt Angkor. Der archäologische Park besteht aus mehr als 1.000 Tempeln und Gebäuden, die teilweise im Dschungel überwuchert und zugewachsen sind. Wir möchten Ihnen hier im Folgenden die wichtigsten Tempel vorstellen, damit Sie ihren Besuch auch bestens planen können.

Auf Angkorwat.de zeigen wir Ihnen die architektonische Einzigartigkeit und Harmonie der Bauten mit ihren faszinierenden Reliefs und zahlreichen Gottdarstellungen, welche die Wände der Tempel schmücken.

Luftbild von Angkor Wat - schön zu sehen der Wassergraben, der Weg zum Tempel und die fünf Türmen der einzelnen Terrassen.
Luftbild von Angkor Wat – schön zu sehen der Wassergraben, der Weg zum Tempel und die fünf Türmen der einzelnen Terrassen.

Wichtig für Ihre Besichtigung: Unter all den Tempeln stechen vier Bauwerke besonders heraus und sollten auf jeden Fall besucht werden.

  • Dazu gehört natürlich der Haupttempel Angkor Wat, das Nationalsymbol Kambodschas, welcher allein durch seine Größe beeindruckt und auf rund 800m Wandlänge von kunstvollen Flachreliefs umgeben ist.
  • Anschließend gibt es Ta Prohm, der Bekanntheit erlangte, als er als Filmkulisse für einen der Lara Croft Filme diente. Riesige Baumwurzeln haben sich Jahrhunderte lang in die Gemäuer gefressen.
  • Zu guter Letzt sollte man sich außerdem Bayon anschauen, der durch seine riesigen, aus Stein erbauten, Gesichter in den Tempeltürmen hervor sticht.
  • Angkor Thom – die letzte Hauptstadt des Angkor Königreichs war Heimat von einer Millionen Einwohner. Die quadratische Stadt ist von vier jeweils drei Kilometer langen Mauern umgeben, betreten kann man diese über fünf Straßen mit großen Toren.

Es gibt in Angkor über 1000 Tempel – selbstverständlich kann man nicht alle anschauen, also sollte man sich seine Zeit gut organisieren. Vor allem der Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist sehenswert – doch dann ist natürlich der Andrang der Touristen am höchsten.

Welche Tempel muss man in Angkor gesehen haben?

Hat man nur einen Tag Zeit, empfiehlt sich die „kleine Tour“, welche die Tempel Angkor Wat, Ta Prohm und Angkor Thom, einschließlich Bayon, abdeckt. Ist man hier zügig, so kann man danach noch einige kleinere Tempel besuchen. Abschließend kann man am Phnom Bakengh den Sonnenuntergang bewundern.

Plant man einen längeren Aufenthalt, ist der 3-Tage-Pass die beste Wahl. Am ersten Tag kann man die „kleine Tour“ absolvieren und am zweiten die „Grand Tour“. Deren Höhepunkte sind die Tempel East Mebon und Preah Khan, sowie die Teiche von Neak Pean. Den dritten Tag kann man für einen Tagesausflug zu einem weiter abgelegenen Tempel, wie z.B. Banteay Srei, nutzen.

Hier gibt’s die Rundgänge durch die Angkor Wat Tempel.

Die Detailkarte von Angkor Wat.
Die Detailkarte von Angkor Wat.

Im Folgenden geben wir Ihnen hier einen Kurzüberblick über die wichtigsten Tempel von Angkor wieder.

Angkor-Wat – Der Haupttempel

Der Haupttempel der Anlage ist der im 12. Jahrhundert durch König Suryavarman erbaute Angkor Wat. Er gilt heute als Nationalsymbol des Landes.
Der Tempel soll das räumliche Universum symbolisieren und beeindruckt allein durch seine immense Größe. Zudem ist er der besterhaltene Bau der Anlage und genießt bis heute noch religiöse Bedeutung. Der Gebäudekomplex kombiniert zwei grundlegende Typen der Khmerarchitektur: einen Tempelberg und einen Galerietempel. Sie repräsentieren den Mount Meru, das Zuhause der hinduistischen Götter. Auf der Außenseite des Tempels erstrecken sich auf über 800 Meter kunstvolle Flachreliefs. Umgeben wird er von einem 190m breiten Wassergraben, auf dem zu seiner Zeit die Sandsteine zur Erbauung transportiert wurden. Innerhalb des Grabens befinden sich drei rechteckige Galerien, welche sich übereinander erheben. Im Zentrum des Baus befinden sich fünf Türme, die als Quincunx angeordnet sind. Hier ein Luftbild der Anlage:

Angkor Wat aus der Luft - schön zu sehen der Wassergraben und die fünf Türmen der einzelnen Terrassen.
Angkor Wat aus der Luft – schön zu sehen der Wassergraben und die fünf Türmen der einzelnen Terrassen.

Man geht davon aus, dass kurz nach dem Tod des Königs die Arbeiten am Tempel eingestellt wurden und deswegen viele Reliefs unvollendet blieben. Davon abgesehen hat der Zahn der Zeit am Tempel genagt und er weist heute zahlreiche Schäden auf. Verursacht durch die Witterung, tropische Vegetation und menschlicher Zerstörungskraft, wie z.B. Plünderungen. Aber auch ein religiöser Wandel der Khmer hin zum Buddhismus sorgte dafür, dass der Tempel über Jahrzehnte vernachlässigt wurde. Heutzutage finden Restaurierungsarbeiten statt, um einen weiteren Zerfall zu verhindern. Somit sieht man Angkot Wat selten ohne Baugerüste.

Ta Prohm

Die Anlage Ta Prohm besteht aus einem Tempel, einem Kloster, sowie mehrerer kleinerer Gebäude, welche von einer Mauer mit Ecktürmern und Gopurams (Eingangstore) umgeben sind.
Errichtet wurde der Komplex im 12.-13. Jahrhundert und nach der Fertigstellung verehrte man hier rund 260 Götter und Göttinnen. Die Anlage umschließt rund 60 Hektar und fällt vor allem durch Türme, die oft mehrere Meter hohe Gesichter sind, auf. Man entschied sich bei dem Tempel gegen eine Restauration, sicherte Vegetation und herabgefallene Mauersteine und ermöglichte so eine Begehung für Besucher. Bekanntheit erlangte der Tempel außerdem, da er als Kulisse für den Film „Lara Croft: Tomb Raider“ diente. Große Schlingpflanzen und Wurzeln überwuchern die Bauwerke.

Ta Prohm, einer der vielen Tempeln rund um Angkor Wat
Ta Prohm, einer der vielen Tempeln rund um Angkor Wat

Angkor Thom

Angkor Thom ist die letzte Hauptstadt des Angkor-Imperiums. Seine markanten Haupttore sind mit jeweils vier Gesichtern gekrönt. Der Bau der Stadt begann im 12. Jahrhundert. Die befestigte Metropole umfasst rund 900 Hektar und ist von einer 12 km langen Mauer umgeben, welche wiederum ein Wassergraben umschließt. Die Wege durch die Tore führen direkt zum zentralen Tempel Bayon (siehe unten). Die meisten Gebäude waren seiner Zeit aus Holz und sind heute nicht mehr erhalten. Die Brücken, die über den Graben führen, waren jeweils mit Steinfiguren flankiert – 54 Gottheiten auf der einen, 54 Dämonen auf der anderen Seite. Angkor Thom besteht insgesamt aus zehn Gebäudekomplexen, inmitten der Stadt der Königspalast- die vier kleinen Tempel in den jeweiligen Ecken heißen Prasat Chrung.

Angkor Thom - die Große Hauptstadt von Angkor - hier zu sehen einer der fünf Tore als Eingang in die Stadt. Die Tore enthalten vier Gesichter des Gottes Bodhisattva Lokeshvara. (shutterstock.com/ William Cushman)
Angkor Thom – die Große Hauptstadt von Angkor – hier zu sehen einer der fünf Tore als Eingang in die Stadt. Die Tore enthalten vier Gesichter des Gottes Bodhisattva Lokeshvara. (shutterstock.com/ William Cushman)

Bayon

Bayon ist die zentrale Tempelanlage in Angkor Thom, welche für ihre Türme mit steinernen Gesichtern bekannt ist. Noch heute stehen 37 Türme, von denen die meisten vier Gesichter besitzen. Der Tempel besteht aus zwei fast quadratischen umgebenen Galerien. In den Ecken der äußeren Galerie befinden sich Pavillons in des Seitenmitte je ein Gopuram steht. Die innere Galerie beherbergte zwei Bibliotheken.
Vor dem inneren Tempelkomplex sind heute noch 16 Kapellen erkennbar, die buddhistische und lokale Gottheiten beherbergten. Der innere Teil ist geprägt von einem Arrangement aus Galerien und Türmen. Viele Gebäudeteile sind bis zu 43m hoch.

Der Bayon - Tempel im Angkor Thom Komplex.
Der Bayon – Tempel im Angkor Thom Komplex.

Weitere wichtige Tempel von Angkor

Banteay Kdei

Banteay Kdei ist ein zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert durch König Jayavarman II erbauter Klosterkomplex. Er ähnelt in seiner Bauweise To Prahm, ist aber wesentlich kleiner und weniger verziert. Gestaltung und Form des Tempels sind typisch für den König. Der Bereich ist mit vier Gopurams und mehreren Gesichtern besetzt. Das zentrale Heiligtum wird von Galerien flankiert. Vor dem Osteingang stand die Halle der Tänzer mit durchbrochenem Dach. Aufgrund der schlechten Bauweise und der Verwendung brüchigen Sandsteins, befindet sich der Tempel heute in schlechtem Zustand.

Phnom Bakheng

Phnom Bakheng ist ein Tempel, dessen Bau im 9. Jahrhundert auf einer Bergspitze begann. Jener Berg war ursprünglich von einem Graben umgeben, an dessen wichtigsten Punkten Gopurams standen, von denen heute nur noch die Fundamente sichtbar sind.
Der im Osten gelegene Hauptaufstieg wird von zwei großen Löwenfiguren beschützt.
Der Tempel stellt eine Pyramide dar, die von 44 Türmen umgeben ist. Sie besteht insgesamt aus fünf Ebenen, auf denen sich insgesamt 60 Türmchen erheben. Dazu kommen noch fünf Türme auf der obersten Ebene, insgesamt also 108 Türme. Am Hauptturm ist vor allem besonders, da er hinduistische, als auch buddhistische Elemente enthält.

Baphou Tempel

Der Baphou-Tempel ist eine aus fünf Ebenen bestehende Pyramide, welche von vier Einfriedungen umgeben ist. Ihr äußerer Ring stößt im Norden direkt an den Königspalast. Ein Hauptweg führt von Osten her zum Tempel. Auf seiner Mitte stand eine Art Pavillon. Der dritte Umring bildet den Fuß der Pyramide. Man schätzt, dass der Tempel zu seiner Zeit mit dem krönenden Hauptturm ungefähr 50m hoch gewesen sein muss.

Banteay Srei

Banteay Srei ist ein kleinerer Tempel der Angkor-Ära, bei weitem aber der wohl Kunstvollste, der durch seine filigranen Steinmetzarbeiten bekannt ist.
Der Tempel besitzt drei Umringe und einen Eingang nach Osten, an dessen Anfang ein Gopuram thront. Auf dem äußeren Umgang befinden sich Pavillons und auf dem äußeren Ring zwei Tore. Dann folgt ein Wasserreservoir, in dessen Zentrum sich die Hauptanlage mit zwei Mauerringen befindet. Zwischen dem äußeren und dem inneren Ring befinden sich sechs Gebäude, von denen zwei die Gopurams im Osten und Westen flankieren. Eine erhöhte Terrasse im Inneren beherbergt das Hauptheiligtum, drei Türme und zwei Bibliotheken.

Preah Khan

Preah Khan ist wohl einer der spektakulärsten Tempel, der nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch eine Universität war, die über 1000 Lehrer beschäftigte. Das Areal ist 56 Hektar groß und wird von einem Rahmen umgeben. Vier Gropurams führen in das Innere des Gebiets, in dessen Ecken sich jeweils ein kleiner Teich befindet. Zwischen dem Wall und dem zentralen Gebäude gab es im Norden, Süden und Westen zusätzliche Tempel. Im Osten befand sich die Halle der Tänzer.

Banteay Kdei

Banteay Kdei wurde im 12. Jahrhundert errichtet und misst insgesamrr 700*500m, ist von vier Gropurams und mit Gesichtern besetzt. Das zentrale Heiligtum ist 36*31m groß und wird von langen Galerien von insgesamt 58*50m flankiert. Die Anlage wird von rechteckigen Mauern umfasst. Der Eingang erfolgt durch die Torbögen, wovon je einer in eine andere Himmelsrichtung zeigt. Der Haupteingang ist jedoch das östliche Tor, durch das man sich einem Wassergraben nähert, der den Tempel umgibt. Von dort gelangt man auf eine großzügige Terrasse, die von Löwenstatuen geziert wird und den Haupteingang in östlicher Richtung zum Tempel markiert.

Karte der wichtigsten Tempel von Angkor

Angor Wat – Tipps für Ihren Besuch der Tempel

Die Tempelanlagen von Angkor in Kambodscha (nächste Stadt ist das 5 Kilometer entfernte Siem Reap) sind ausnahmslos das Nummer 1 Touristenziel in Kambodscha und sollte in der Urlaubsplanung nicht fehlen, sollte man nach Südostasien kommen. Die Unesco führt Angkor seit 1992 als Weltkulturerbe auf.

Sofern sie möglichst viele Tempelanlagen sehen wollen, sollten sie allerdings genügend Zeit einplanen und diese gut organisieren. Nehmen sie sich mindestens drei Tage Zeit, um die wichtigsten Tempelkomplexe zu erkunden, beachten und nutzen sie empfohlene Rundgänge und Routen: den petit circuit und den grand circuit.

Sparen sie Geld und erwerben sie Mehr-Tages-Pässe, am besten den 3 Tagespass. Am besten bewegen sie sich mit den gängigen Fortbewegungsmitteln von Anlage zu Anlage, wie z.B. Tuk-Tuks, Motorroller oder einfach per Fahrrad. Wenn Sie viel Zeit mitbringen, ist es empfehlenswert, sieben Tage vor Ort zu verbringen und alles in Ruhe genießen.